Wie relevant sind die (unbestätigten) Daten zu Nintendo's Revolution Konsole?

Moment lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten, IGN hat einen Beitrag namens Revolution’s Horsepower, golem titelt Nintendo Revolution – Weitere Hardware-Details aufgetaucht, und sogar CNN bringt den Artikel Nintendo president vows cheap games.

Alle Artikel befassen sich mit den kolportierten Takt-Frequenzen, unbestätigten Taktfrequenzen, wohlgemerkt. Meiner Meinung nach, begehen aber alle den Fehler – Autoren wie Leser – die Taktfrequenz mit Leistung gleichzusetzen. Die Taktfrequenz hat sicherlich einen Einfluss auf die Leistung eines Systems, aber die zu erwartende Leistung von den Erfahrungen mit einem Intel-basierten PC zu interpolieren könnte an der Wahrheit nicht weiter vorbeischiessen.

Um einmal aus dem Nähkästchen zu plaudern, ich habe vor ein paar Jahren auf der Game Developers Conference einen Vortrag über das Sound-System des Game-Cubes besucht. Nach Unterzeichnung der entsprechenden NDAs scharten sich ca. 400 bis 500 Spiele-Entwickler in einem grossen Konferenzraum und warteten gespannt auf die Demonstration. Schon während der einführenden Worte des Vortragenden kamen die ersten Fragen (aus der PC-Fraktion) wie denn die Taktraten der benutzten Chips aussähen. Ich kann mich, ehrlich gesagt, nicht mehr an die Zahlen erinnern, aber diejenigen unter den Besuchern, die von ihren Erfahrungen aus der PC-Welt her die Leistung abschätzten, waren offensichtlich enttäuscht. Entwickler mit Konsolen-Erfahrung hatten ein gewisses Schmunzeln im Gesicht. Dann folgten einige Demonstrationen die Low-Level Funktionen erklärten. Die zu hörende Qualität war beeindruckend, die PC-Fraktion wurde nachdenklich. Anschliessend folgte der Höhepunkt, es wurde ein Musikstück mit einer fast orchestralen Instrumentierung gespielt, nur übertönt von dem Geräusch wenn ein paar hundert Leuten die Kinnlade auf das Brustbein kracht. Auf die Frage ob ein derartig komplexes Stück die grafische Leistung oder die Leistung der CPU negativ beeinflussen würde, antwortete der Vortragende mit den Worten, Nein, warum? Die Sound-Unit kann auch für Ladevorgänge von der Memory-Card oder dem Laufwerk benutzt werden während das Stück läuft. Wir haben hier keine PC-Architektur sondern das Äquivalent einer Unix-Workstation.

Meine zwei Euro-Cent: Taktfrequenz ist nicht alles. ;-)

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2 Responses to Wie relevant sind die (unbestätigten) Daten zu Nintendo's Revolution Konsole?

  1. Payk says:

    Hi. Erstmal stelle ich mich mal vor. Ich bin ein Hobbyprogrammierier aus der NintendoDS-Scene. Ich kann wirklich nur bestätigen das die Taktfrequenz alleine, überhaubt keine Aussagekraft hat. Der NintendoDS hat zwei CPUs. Der Arm9 hat 66 Mhz und der Arm7 hat 33 Mhz. Wenn man nun glaubt, der NDS sei damit schlechter als die N64 hat man sich schnell getäuscht (Der N64 hat 2 cpus. 66Mhz und 99Mhz). So nun vergleicht mal Mario64 mit Mario64DS. Man würde meinen das Mario64DS nur schlechter sein kann, da der NDS ja 2 Diplays ansprechen muss und ca. 1/3 weniger Mhz auf beiden cpus hat. ABER: Mario64DS benutzt grössere Texturen und Modelle die Komplexer sind. Das Ergebniss: Wesentlich bessere Grafik trotz scheinbar unterlegener Leistung.

    Also die Taktfrequenz ist einer von vielen Faktoren aus denen sich die Leistung zusammen setzt. Man muss sehr viel Ahnung haben um sowas einschätzen zu können. Und ich kann es nicht. Was z.B. interessant wäre ist, das der Gamecube ein kompremier Verfahren für seine Texturen nimmt, das die Texturen um 1/4 verkleinert und je nach Inhalt ohne grossen verlusst an Informationen. Das interessante daran ist: Die PS2 nutzt diese Technik nicht. Auf dem Datenblatt kann man unter Videoram also nur schwer einschätzen ob nun die PS2 oder der GC mehr Texturen anzeigen kann. Ich kann es beantworten: GC. Würde man also sich nur die Grösse des Videorams angucken, anstatt auch zu schauen wie dieser genutzt werden kann, würde man sehr schnell zu einen total verkehrten Urteil kommen.

  2. Erik says:

    Genau so ist es. Ich kann Deine Ausführungen bezüglich des GC leider weder bestätigen noch verneinen, da ich mich sonst in einen kritischen Bereich der NDA bewegen würde.
    Eines ist allerdings sicher, da manche Chips im GC “im” Speicher sitzen und nicht durch einen normalen Bus zugreifen, lässt sich auf Grund der Taktrate nur sehr wenig interpolieren.
    ;-)

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