Wie ich zum Bloggen gekommen bin?

Der Aufruf von René hat mich, ehrlich gesagt, zum schmunzeln gebracht. Warum? Ich habe mich an meine ersten Geh-Versuche mit der Software Radio von Userland Software erinnert. Wann das genau war, daran kann ich mich nur noch sehr nebulös erinnern. Vermutlich Ende 2002. Damals war Dave Winer, soweit ich mich erinnere, noch die treibende Kraft hinter der – noch sehr jungen – Blogosphäre. Sein Blog Scripting News existiert auch heute noch. Aber zurück zu “Radio”, was mich damals sehr faszinierte, waren die RSS-Feeds (RSS geht übrigens auch auf Dave Winer zurück). Man hatte eine zentrale Anlaufstelle, um die verschiedensten Nachrichten-Quellen zusammenzuführen, zu lesen und zu kommentieren. Wer “Radio” nicht kennen sollte, man konnte (und kann vermutlich immer noch) einen Auszug einer Nachricht – oder auch nur den Link zur Quelle – aus einem RSS-Feed mit einem Mausklick in die Blogging-Software übernehmen und “seinen Senf dazugeben”. Hat riesig Spass gemacht. Des weiteren war es möglich das Aussehen und die Präsentation der Daten über eine Art Skriptsprache zu modifizieren, also so ähnlich wie es heute mit WordPress & Co. machbar ist. So wurde auch mein Programmierer-Herz von der Software angesprochen. ;-)

Das Ganze lief damalsImmer daran denken, wir rechnen hier in Internet-Zeiträumen. relativ familiär ab. Da ich schon immer gerne geschrieben habe, kam mir die Geschichte also sehr gelegen. Schreiben, wie jede andere Profession, erfordert eine gewisse Übung; soll heissen, wenn man zu lange nicht schreibt, “rostet” man ein wenig ein. Ich habe mich im Lauf der Zeit an einigen Blogs versucht, und manche einfach wieder aufgegeben, meist aus Zeitmangel. Seitdem ich, unter anderem, als Autor, Übersetzer und technischer Lektor tätig bin, habe ich ausserdem festgestellt, dass mir das Schreiben in der Sprache des nächsten, oder laufenden, Projekts einen Ausgleich zur Arbeit bietet. Also eine Art Ventil darstellt. Klingt seltsam, ist aber so. Wenn man ein Sachbuch schreibt, dann passt man den eigenen Schreibstil logischerweise an den vom Verlag geforderten Stil an. Was sich dann allerdings an Formulierungen, die eben nicht zur geforderten Wortwahl passen, ansammelt, muss irgendwie raus. Also hat das Bloggen, zumindest für mich, auch eine therapeutische Wirkung. ;-)

Blogs haben, subjektiv gesehen, noch einen weiteren Vorteil. Wenn ich über die Lösung eines Problems stolpere, oder diese gezielt gesucht und gefunden habe, dann sollte so etwas ja auch dokumentiert werden. Oder platt gesagt: “Ich bin zu faul mir etwas zu merken, was ich auf einem meiner Blogs leicht nachlesen kann.” Ich muss also bei Consulting-Gigs nicht jede Menge Papier oder Gigabytes an Informationen mit mir herumschleppen. Wenn ich die Lösung bereits gebloggt habe, dann brauche ich nur einen Internetzugang um sie wiederzufinden. Wenn andere von der Lösung ebenfalls profitieren können, umso besser.

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