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Tips für Schreiberlinge bei Schreibblockaden

Das Thema “Schreiben” hat eine neue Heimat

Weitere Beiträge über das Schreiben und Literatur finden sich auf Erik, Wortjongleur, die Erklärung findet sich hier.

Wir SchreiberlingePersonen, männlich oder weiblich, die für ihren Lebensunterhalt und / oder aus Spass an der Sache grössere Textmengen produzieren. sind meist kritisch was die Fehler anderer betrifft (ernsthaft, haben die beim Teletext im Fernsehen keine Spell-Checker?) und vergessen normalerweise, uns an die eigene Nase zu fassen. Besonders gefährlich wird’s beim Beurteilen von Formulierungen, die wir nicht selbst verbrochen haben; ob das jetzt ein Vor- oder Nachteil der Profession ist, lasse ich mal dahingestellt. Allerdings scheint es einen Zustand zu geben, den alle Schreiberlinge fürchten wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser: [bitte düstere Musik aus einem Horrorfilm der Wahl vorstellen]
Die Schreibblockade, englisch Writers-Block.

Ich, für meinen Teil, halte es da mit Philip Pullman (die zweite Frage betrifft den “Writers-Block”, aber das ganze Interview dürfte für alle Schreiberlinge interessant sein). Wieso komme ich auf das Thema zu sprechen, und dann auch noch auf einem Gadget-Blog? Gegenfrage: Wieso eigentlich nicht? (Das ist schliesslich mein Blog. ;-) ) Um den ersten Teil der Frage zu beantworten, inspiriert zu dem Beitrag wurde ich durch den Post 101-Posting: Wie man jede Schreibblockade überwindet und seinen Blog mit Kreativität füllt. Der Post bezieht sich zwar auf das Schreiben von Blogs, aber Schreiben ist schliesslich Schreiben, oder?

Da ich zum Thema meine eigenen Theorien (und Abhilfen) entwickelt habe, also zwei Vorschläge meinerseits:

  1. Meine Theorie: Writers-Block ist ein Mythos. Es wird zwar das Schreiben blockiert, aber der Grund dafür lässt sich, meiner unmassgeblichen Meinung nach, leicht beheben. Wenn ich mal wirklich nicht weiterkommen sollte, dann liegt es normalerweise daran, dass mir eine Idee, oder eine Formulierung im Kopf herumspukt, die ich nicht mehr loswerden kann. Warum sollte ich auch, normalerweise reicht es, die Idee oder Formulierung einfach irgendwo aufzuschreiben und der Spuk ist vorbei. Dauert meist um die zehn Minuten bis maximal eine Stunde. Wer glaubt eine Schreibblockade zu haben, sollte einfach mal in sich gehen und nachforschen, ob das der Grund ist. (Ich hatte das Ganze auch schon in meinem Beitrag zum René’s Blog-Projekt erwähnt.)
  2. Meine Theorie: Kreativität lässt sich üben. Eine einfache Übung ist folgende: Man nimmt sich irgendeine Zeitung, Zeitschrift, oder etwas anderes mit vielen Wörtern darauf, und markiert zehn Wörter blind mit einem Stift. Dann schreibt man die gefundenen Wörter untereinander, eliminiert alle Wörter die kein Adverb, Verb oder Subjekt sind. Danach nimmt man sich die ersten drei Wörter – nicht schummeln – und bildet aus ihnen einen Satz oder Absatz der Sinn macht. Dauert, in meinem Fall, so um die zehn bis dreissig Minuten (ich versuche grundsätzlich ein bis zwei Absätze zu schreiben) und ich habe dabei schon einiges brauchbares erschaffen. Man kann die Technik also auch als eine Art Brainstorming betrachten. ;-)

Wenn die Tips jemandem geholfen haben sollten, würde ich mich über Kommentare freuen.

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Möglicherweise auch interessant (aber nicht zwingend in diesem Zusammenhang):



Unterneuntupfing Aktuell schrieb,

June 14, 2007 @ 1:24 pm

Straßenblockaden, Grenzblockaden, nun auch Schreibblockaden : hat man denn heute vor den Radikalinskis nirgendwo mehr seine Ruhe?

Im Ernst, ich denke es macht einen großen Unterschied ob man schreiben darf oder schreiben muss. Wer muss dem bleibt gar nichts anderes über als über Training temporäre Schreibhemmungen zu überwinden.

Wer frei von kaufmännischen Zwängen in der Position ist schreiben zu dürfen sollte besser auf den günstigen Zeitpunkt warten wenn es wieder von selbst von der Hand geht. Sex und gutes Schreiben haben gemein dass auf Kommando da nix Vernünftiges rauskommen kann. Wie Rainhard Fendrich schon in jungen Jahren erkannt hat : wenn die Lust einmal zum Zwang wird fehlt einem bald mal die Phantasie. Aber wer schreiben darf sollte auf das Inspirationspartikel warten. Unglücklicherweise trifft es einen immer dann wenn man gerade bei einer Verrichtung ist die so gar nicht für das Schreiben geeignet ist, sei es das Abschlagen des Wassers, des Stehens im Stau oder dem leidenschaftslosen Zwiegespiel mit dem Lebensabschnittspartner.

Ich wünsche dem Blogghalter dass er möglichst wenig Schreibbloggaden überbrücken muß.

Herzlichst
Unterneuntupfing Aktuell

Von Unterneuntupfing Aktuell am June 14th, 2007

Rene Kriest@ProBloggerWorld.de schrieb,

June 14, 2007 @ 1:25 pm

Hallo Erik!

Schöner Beitrag, danke. :)

Viele Grüße,

René

Von Rene Kriest@ProBloggerWorld.de am June 14th, 2007

Erik schrieb,

June 14, 2007 @ 1:55 pm

@Unterneuntupfingaktuell: Für diejenigen die einfach nur schreiben wollen, ist der zweite Tip. Als Bloghalter kann ich nur sagen, dass ich eher das “nur 24 Stunden am Tag, wann soll ich denn alles schreiben was mir einfällt”-Problem habe, aber danke für die guten Wünsche. ;-)

@Rene: Mir ist vorhin aufgefallen, dass die von mir beschriebene Kreativ-Übung mehr oder weniger Deinem Punkt Nr. 93 entspricht. Sollte kein Kopierversuch sein, der Beitrag ist eine zusammenfassende Übersetzung eines älteren Artikels von mir, wie schon in den Kommentaren angedroht. ;-)

Von Erik am June 14th, 2007

Protokoll vom 16. Juni 2007 at Trackback schrieb,

June 16, 2007 @ 6:20 pm

[...] Klickhinweise: Der Chaos Computer Club hat ein Gutachten über Wahlcomputer für den BGH geschrieben. Erik Keller glaubt, dass es keine Schreibblockaden gibt und man Kreativität üben kann. Su-Shee gibt Antiverpeil-Tipps und empfiehlt “Prosaischen Realismus mit Bodenhaftung”. [...]

Von Protokoll vom 16. Juni 2007 at Trackback am June 16th, 2007

Überzeugungen « Gnaur schrieb,

June 24, 2007 @ 6:23 pm

[...] Die Entstehungsgeschichte dieses sinnfreien Textes ist Folgende: Ausgehend von meinem alten “lies, wenns zum Schreiben nicht reicht” las ich ein paar Blogs. Völlig zufällig stolperte ich nach einigen Links über einen Artikel über Schreibblockade. Dort wurde ein lustiges Spielchen zur Kreativitätsübung vorgeschlagen, hier meine leicht geänderte Version: blind in einer Zeitung 10 Wörter markieren, aufschreiben, und dann einen Text schreiben, der alle beinhaltet und inhaltlich möglichst nichts mit den Ursprungsartikel gemein hat. Die 10 Wörter oben im Text stammen übrigens alle aus Stellenanzeigen. [...]

Von Überzeugungen « Gnaur am June 24th, 2007

Gnaur schrieb,

June 24, 2007 @ 6:26 pm

Ihre Tips haben mir gefallen. Ich habe das 10-Wörter-Spielchen ein bißchen abgewandelt (alle 10 benutzen, inhaltlich/thematisch möglichst wenig Übereinstimmung mit dem Original) und ja, da kommen lustige Sachen raus.

Der Trick dabei ist ja, dass feste Bestandteile vorgegeben werden, dass das “Blatt” als nicht mehr völlig weiß ist, und außerdem ist es ein Spiel, und daher unverbindlich und löschbar. Außerdem werden ungewöhnliche Zusammenhänge gesucht und das Hirn dabei ein bißchen frisch durchblutet.

Greetz
Gnaur

Von Gnaur am June 24th, 2007

Valentina schrieb,

September 5, 2008 @ 12:32 am

Hey.

Also bei mir ist das gerade so, dass ich mein, nennen wir es mal Buch, weiterschreiben möchte und am aktuellen Kapitel festhänge. Ich weiß was ich schreiben will, was in dem Kapitel noch passieren soll und bin dennoch nicht zufrieden. An manchen Tagen kann ich mehrere Seiten schreiben und finde es gut. An Tagen wie diesen kommt mir alles schlecht vor ( Was es meistens dann doch nicht ist). Bei mir hat es glaube ich mit Selbstkritik zu tun. Nun ja, dann war ich heute kurz vorm Durchdrehen und hab’ nach Tips gegen Schreibblockaden gesucht. Ja, das wollte ich loswerden.

Ich finde deine Tips übrigens gut. Auch wenn sie in meinem Fall nicht weiterhelfen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Von Valentina am September 5th, 2008

Erik schrieb,

September 5, 2008 @ 10:27 am

@Valentina: Wenn es mir so geht, dann versuche ich die “Schere im Kopf” zu ignorieren, schreibe einfach drauflos und lasse das Ergebnis vor dem “Re-Write” mindestens 3 – 4 Stunden liegen. In den 3 – 4 Stunden versuche ich etwas völlig anderes zu tun, um den Kopf freizubekommen.
Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. ;)

Von Erik am September 5th, 2008

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