Test: Sansa Fuze unter OS X

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Ich habe zum Testen einen 2 GB Sansa Fuze zur Verfügung gestellt bekommen. Das Gerät ist in folgenden Varianten erhältlich:

  • 8 GB zum Preis von ca. 111 €
  • 4 GB zum Preis von ca. 90 €
  • 2 GB zum Preis von ca. 78 €

Alle oben genannten Preise gegebenenfalls zuzüglich Versand. Im Preis enthalten sind:

  1. Der Player
  2. Ein Kopfhörer
  3. Ein USB-Kabel
  4. Eine Hülle für das Gerät
  5. Eine CD mit Software (nur Windows)

Als Musik-Dateien, Audio-Books und Podcasts, werden folgende Formate unterstützt:

  • MP3
  • WMA
  • secure WMA
  • Audible (AA)

Leider fehlen WAV und AIFF als verlustfreie Formate. Mich hat aber trotzdem interessiert, ob man als, durch die Kombination aus iTunes und iPod verwöhnter, Apple-Nutzer auch mit einem anderen Player zurande kommt.

Die Herangehensweise

Den ersten Test führe ich also von einem Macintosh aus durch. Ich habe den Sansa Fuze einfach an einen USB-Port meines Macs angeschlossen und die Dateien in die entsprechenden Ordner auf der gemounteten Festplatte gezogen. Für den Test habe ich einen Reset der Einstellungen auf “Factory” durchgeführt, um den Player in einem konsistenten Zustand zu haben.

Um den Test unter realistischen Bedingungen durchzuführen, habe ich einen Spaziergang am Mittlern Ring in München gemacht. Auf diese Weise bekommt man sehr schnell einen Eindruck davon, wie strassentauglich das Gerät ist.

Der erste Eindruck vom Sansa Fuze

Die Bedienung ist für iPod-gewöhnte nichts neues, das Rad reagiert manchmal etwas sehr stark wenn man durch die Menüs scrollt, soll heissen, man schiesst über das Ziel hinaus. Das dürfte aber reine Gewöhnungssache sein. Von den Abmessungen her bewegt sich der Fuze in den gleichen Bereichen wie andere Geräte in dieser Klasse: Sobald man die Waschmaschine angeworfen hat, versucht man panisch herauszufinden, ob der Player wirklich an seinem Platz liegt und nicht doch noch in einer der Taschen steckt. Die folgende Abbildung entspricht ungefähr der Originalgrösse des Geräts.

Abbildung Sansa Fuze

Die Menüführung kommt sehr aufgeräumt daher, das Display ist allerdings bei direkter Sonneneinstrahlung nicht besonders gut lesbar; dies gilt allerdings für alle hintergrundbeleuchteten Displays, war also zu erwarten.

Der Kopfhörer

Der mitgeliefert Kopfhörer hat eine beeindruckende Dynamik, er kommt, meiner Meinung nach, an die Kopfhörer heran, die mit den iPods ausgeliefert werden. Warum ich diesen Vergleich ziehe? Um einen meiner beiden Brüder (beide Musiker) zu zitieren: “Um an den Klang von den iPod-Kopfhörern heranzukommen, musst Du schon einiges an Geld ausgeben.” Dem ist von meiner Seite aus nichts hinzuzufügen.

Worauf ich bei einem Kopfhörer für “Unterwegs” sehr viel Wert lege, wird auch erfüllt: Ich kann hören, was um mich herum vorgeht. Als Großstädter kennt man das ja, Touristen und andere Auswärtige versuchen mit dem Verkehr in München klarzukommen, das letzte auf was sie achten sind die Fussgänger und Radfahrer. Oder anders gesagt: Ich möchte hören, wenn sich jemand mit 60 km/h in einer 30er-Zone von hinten nähert.

Die Musik zum Test

Zum Test habe ich folgende Stücke ausgewählt:

  1. Human Nature / Miles in Paris / Miles Davis
  2. It Might As Well Be Spring / The Complete Roost Session Vol. 2 / Stan Getz
  3. Tears in Rain / Blade Runner / Vangelis
  4. All Across the City / Jim Hall
  5. Sweet Lullaby / World Mix / Deep Forrest
  6. Year of the Cat / Year of the Cat / Al Stewart
  7. Enter the Dreamtime / Tribal Connection / Kakurrpa
  8. One More Time / Discovery / Daft Punk
  9. Cookie Raver / Illumination / Cafe Del Mar Volumen Ocho
  10. Entre Dos Tierras / Héroes Del Silencio
  11. Dengon / Asian (Asian Mix By Shun-Ty) / Richard Les Crees

In der Liste finden sich diverse Stücke die noch “Old School” abgemischt sind, also ohne dass per Compressor alle Frequenzen auf ein Mindestmaß hochgezogen wurden, um die Stücke Radio- und Kneipentauglich zu bekommen. Selbst die leisesten Passagen der Jazz-Stücke sind, vorausgesetzt es fährt gerade kein Laster vorbei, gut zu hören. Die Stereopositionierung einzelner Instrumente kommt ebenso klar heraus, wie die gelayerten Effekte einiger Eigenkompositionen, die ich allerdings in der List nicht aufgeführt habe.

Alle Musikstücke wurden von mir selbst von CD als MP3 encoded, wobei ich beim Encoding auf die optimalen Parameter für den entsprechenden Musikstil achte. Wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein sollte, dann werden die verschiedenen Parameter solange angepasst, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Da der Fuze weder AAC normal, noch AAC DRM unterstützt, habe ich keine gekauften Musik-Dateien aus dem iTS getestet. Ich halte nichts davon, ein verlustbehaftetes Format in ein anderes verlustbehaftetes Format zu konvertieren. (Ausserdem bin ich immer noch stinkig, weil man im deutschen iTS “Ella, elle l’a” nicht von France Gall bekommt. Die Nachbauten interessieren mich nicht. Soll heissen, ich muss herausbekommen, ob sich in meinen (noch nicht gerippten) CD-Stapeln eventuell das Album “Babacar” befindet.)

Die Extras

Man kann den Sansa Fuze als Diktiergerät missbrauchen, als Autor kann ich mich für diese Funktionalität logischerweise schnell begeistern. Die Qualität der Aufnahmen ist überraschend gut, wenn man bedenkt, dass sie über das eingebaute Mini-Mikro durchgeführt werden. Wenn alle Stricke reissen, sollte sich an einem ruhigen Ort sogar ein Interview damit aufzeichnen lassen. Die aufgezeichneten Audio-Clips kann man einfach per Maus auf den Rechner kopieren.

Der Player hat einen FM-Empfänger, man kann mit ihm also auch Radio hören. Die Einstellung der Sender lässt sich mit den links-/rechts-Tasten des Scrollrads sehr leicht durchführen. Abspeichern lassen sich die Sender allerdings nicht, zumindest habe ich keine Möglichkeit dazu gefunden.

Zu guter Letzt sollte auch noch erwähnt werden, dass sich der Speicher des Sansa Fuze per microSD-Karte aufrüsten lässt. Man kann also durchaus mehr Musik oder Audio-Books mitnehmen, als der eingebaute Speicher zulässt.

Die Wunschliste aus Sicht eines OS X-Benutzers

  • Unterstützung des AAC-Formats, nicht die DRM-Variante, aber zumindest Kompatibilität mit dem ungeschützten Format.
  • Software für OS X um den Player zu befüllen (und bitte nicht auf einer Mini-CD, die meisten Rechner haben heutzutage Slot-In-Laufwerke; die CD bekommt man ohne Zerlegen des Laufwerks nicht mehr heraus). Ich habe mir ein AppleScript geschrieben, welches mit rsync das Synchronisieren übernimmt, aber ich habe den Verdacht, dass ich mit dieser Vorgehensweise zu einer Minderheit gehöre. ;)
  • Für Programmierer(innen): Eine genaue Beschreibung der Formate um die Playlists schreiben zu können.
  • Dito für die Video- und Bildformate.

Fazit

Der Sansa Fuze ist von OS X aus durchaus zu benutzen, die Klangqualität ist beeindruckend, und die Bedienung ist sehr intuitiv. Je nach Verwendungszweck ist auch die Möglichkeit etwas auf das Gerät aufzunehmen sehr praktisch. Der eingebaute Radio-Empfänger gefällt mir ebenfalls sehr gut.

Der Sansa Fuze wird unter OS X dem iPod seinen Rang nicht streitig machen können, zumindest, solange keine vernünftige Software zur Verfügung steht. Wer Spass am Scripting hat, kann sich die Synchronisation mit iTunes relativ leicht selbst bauen. Schwerer wiegt die Tatsache, dass weder WAV noch AIFF als Audioformate unterstützt werden; der Player wäre sonst für Musiker(innen) ein exzellentes Transport- und Abspielgerät.

Berichte über die Foto- und Video-Wiedergabe folgen, wenn ich den Test unter Windows durchgeführt habe.

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4 Responses to Test: Sansa Fuze unter OS X

  1. Andreas says:

    Hallo,
    kannst du das SCRIPT für das syncen mit itunes mir mailen ?
    iceguy AT freenet.de

    Bekommst du die Covers angezeigt oder must du jeweils ein Album Art.jpg erstellen bzw. macht das das Script gleich mit ?
    Danke

  2. Erik says:

    Hallo Andreas,
    das Skript war nur ein schneller Hack um den Fuze zu testen. Ich wollte es in den nächsten Tagen sowieso überarbeiten und hier zum Download anbieten. Das mit der Album Art muss ich mir mal ansehen, eventuell finde ich ja eine Möglichkeit die Bilder ebenfalls aus iTunes zu exportieren.

    Gib mir also noch ein paar Tage, dann wird das Skript hier auf TN bereitstehen.

  3. conhenk says:

    Hallo,
    haben soeben auch dieses Gerät erstanden und wollten nun unsere Hörbücher auf unseren Sansa spielen, diese Dateien konnten jedoch nicht geöffnet werden. Online finden wir leider auch nichts entsprechendes.
    Es wäre schön, wenn du auch uns dieses Skript zusenden könntest.
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Cornelia

  4. Erik says:

    @Cornelia, je nach Datei kann es auch daran liegen, dass der Fuze den Dateityp einfach nicht abspielen kann. Ich gehe mal davon aus, dass ihr den Fuze von einem Mac aus befüllen wollt. Wenn das Gerät die Dateien anzeigt, aber nicht abspielen kann, dann dürftet ihr ein Problem mit DRM haben. Was sind es denn für Dateien?

    Das Script macht nichts anderes, als die Dateien in die entsprechenden Verzeichnisse auf dem Fuze zu kopieren. Wenn sich per Hand kopierte Dateien nicht abspielen lassen, dann hilft das Script auch nicht.

    Eventuell hilft euch ja das Programm XNJB, das benutze ich jetzt statt meines Scripts.

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