SproutCore, das Framework hinter MobileMe

Wer sich die Vorführung der Browser-Clients von MobileMe in der Keynote zur WWDC 2008 angesehen hat, wird vermutlich spontan an Flash oder ein ähnliches Browser-Plugin gedacht haben, um eine derartige Benutzeroberfläche zu realisieren. Nach Informationen von AppleInsider wurde aber ein Framework namens SproutCore benutzt.

Das Interessante an SproutCore ist die Tatsache, dass es sich um ein JavaScript-Framework handelt, die Benutzer(innen) also zur Ausführung der WebApps keine zusätzlichen Plugins benötigen. (Zeitgenossen die JavaScript im Browser ausschalten, müssen leider draussenbleiben. :mrgreen: )

Wer wissen möchte, was man mit SproutCore so alles anstellen kann, sollte sich die Demos ansehen, besonders “Sample Controls” bietet einen beindruckenden Überblick über die Funktionalität.

Das Framework sollte allerdings nicht als Ersatz für mootools oder prototype angesehen werden. Es ist dafür gedacht so genannte “Thick Clients”, also Webapps die einen grösseren Teil der Oberflächeninteraktion auf dem Browser und nicht auf dem Server durchführen, zu erstellen. Eine Kommunikation mit dem Server findet nur statt, wenn Daten gelesen oder geschrieben werden müssen.

Wer nun mit dem SproutCore-Framework ein wenig experimentieren möchte, benötigt allerdings Ruby und RubyGems auf dem Rechner (Apple-Benutzer(innen) benötigen ausserdem die Developer-Tools). Nein, Ruby wird nicht für die Ausführung des Frameworks benötigt, sondern als Generator – ähnlich wie bei Ruby on Rails – zum Erstellen der Verzeichnishierarchie und der Dateien benutzt. Die Installation von SproutCore gestaltet sich also genauso aufwendig wie die Installation von Ruby on Rails:

sudo gem install sproutcore

auf der Command-Line eingeben, und das war’s. Enttäuscht? Ist aber so. ;)

Folgende Befehle erzeugen ein Projekt namens “schaunmermal” und starten den Ruby-Webserver um einen ersten Blick zu erlauben:


sproutcore schaunmermal
cd schaunmermal
sc-server

Wenn man jetzt mit Firefox oder Safari die URL http://localhost:4020/schaunmermal öffnet, sieht man die Webapp in voller Grösse und Schönheit.

Die weiteren Befehle um ein Projekt zu erzeugen und mit ihm zu arbeiten werden in der SproutCore Build Tools 5-minute Tour beschrieben. Natürlich darf auch das berüchtigte Hallo Welt-Beispiel nicht fehlen. Letzteres würde ich als erstes durcharbeiten, man bekommt so ein gutes Gefühl, wie das Ganze funktioniert.

Das Ganze funktioniert problemlos mit aktuellen Versionen von Firefox und Safari, über IE kann ich leider nichts sagen, da: “Isch ‘abe aber gar kein Windows™”.

Bin mal gespannt, was mit SproutCore noch alles auf uns zukommt.

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