Das Schreiben – Kreativität: Aufzucht und Hege (Teil1) | TechNovelty

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Das Schreiben – Kreativität: Aufzucht und Hege (Teil 1)

Das Thema “Schreiben” hat eine neue Heimat

Weitere Beiträge über das Schreiben und Literatur finden sich auf Erik, Wortjongleur, die Erklärung findet sich hier.

Nachdem die Resonanz auf den Beitrag Tips für Schreiberlinge bei Schreibblockaden nicht den Ruf nach “Steinigung” oder den Begriff “Ketzer” enthielt, sondern vielmehr mit Interesse aufgenommen wurde, hier noch ein paar Tips zum Schreiben. Um die Hinweise etwas “verdaulicher” zu gestalten, kommt das Ganze als Mehrteiler (ohne Werbeunterbrechungen oder Kinotips ;-) )Man muss ja nicht jeden Blödsinn mitmachen, oder? Wer andere Beiträge bereits als “Werbeunterbrechungen” ansieht, dem / der sei die Benutzung der “Kategorien” auf diesem Blog ans Herz gelegt. Diese Serie läuft unter Produktivität.

Ein kurzer Einwurf noch: Da nicht alle Tips für alle Leser(innen) gleich interessant sein werden, wird es unter Umständen Redundanzen geben. Diejenigen, die alle Teile mit dem gleichen Interesse lesen, mögen mir das verzeihen. Ich möchte nur verhindern, dass ein, möglicherweise wichtiger, Aspekt in einem grösseren Thema untergeht.

Warum Aufzucht und Hege? Nun ja, erstens bin ich ein grosser Fan von Loriot, und zweitens (wichtiger in diesem Zusammenhang) muss man das Schreiben durch zwei verschiedene Brillen betrachten: Als Kunst und als Profession / Beruf(ung) / usw. Egal welchen Blickwinkel man einnimmt, es hat immer etwas mit Kreativität zu tun, und diese will eben gepflegt und gehegt werden.

Kreativität ist beeinflussbar

Je nach dem, was man zu Schreiben gedenkt, sollte man sich dessen immer bewusst sein.

Musik

Wer neben dem Schreiben Musik hört, oder das Radio laufen lässt, wird das vermutlich schon gemerkt haben. Wenn ich schreibe oder programmiere, dann hat eine eventuelle Berieselung durch Musik einen starken Einfluss. Zum Beispiel: Wenn ich ein Stück wie “Fire Starter” nebenbei laufen lasseHier ist die Instrumental-Variante aus WipEout II auf der Playstation gemeint., dann verändert sich nicht nur mein Schreibstil, sondern auch die Art und Weise wie ich Variablen in Programmen benenne und die Kommentare formuliere.

Diese Tatsache können wir aber auch zu unserem Vorteil nutzen. Wenn man sich nicht “danach fühlt” über ein bestimmtes Thema in einem bestimmten (oder vorgegebenen) Stil zu schreiben, sollte man sich einfach eine Sammlung von Musikstücken zusammenstellen, die einen in die richtige Stimmung bringen. Also beispielsweise das angesprochene “Fire Starter” wenn man einen aggressiven Beitrag oder einen flammenden Artikel schreiben möchte (Bitte später nochmal durchlesen und justiziable Formulierungen überdenken); oder etwas ruhiges bzw. beruhigendes, wenn man über ein ernstes Thema schreibt, oder ein sachlicher Schreibstil gefragt sein sollte. Das (audio-)visuelle Wortbeiträge zu meiden sind, versteht sich von selbst.

Man schreibt was man liest, oder das Sprachproblem

Kreativität wird ebenfalls durch das beeinflusst, was man gerade liest. Wer in der Lage ist nach der genüsslichen Lektüre von “Hitchhikers Guide to the Galaxy”, dem “Futorologischen Kongress” oder “Good Omens” einen ernsthaften Text zu verfassen, Gratulation; ich habe da meine Probleme. Umgekehrt würde es mir auch schwerfallen, nach dem Lesen von “Krieg und Frieden” und ähnlich “schwerer” Literatur, einen humoristischen oder satirischen Text zu verfassen.

In meinem Fall, als Zwei-Sprachler, kommt noch erschwerend hinzu, dass die Lektüre von Büchern in Englisch meine deutschen Formulierungen beeinflussen können und umgekehrt. Dieser Zustand bessert sich erst nach dem “early morning tea” (wer meine Freundin oder mich vorher anspricht, muss mit einem wirren Kauderwelsch aus Englisch und Deutsch klarkommen). Wer nicht zweisprachig veranlagt ist, dürfte die Auswirkungen einer Lektüre in einer anderen Sprache noch stärker zu spüren bekommen.

Aber auch diese Auswirkungen lassen sich zu unserem Vorteil nutzen. Wer vorhat Texte in einer bestimmten Richtung zu verfassen, sollte einfach in der Zeit vor dem Schreiben darauf achten, was man liest. Das soll nicht heissen, dass man sich in Bezug auf die Literaturauswahl kasteien muss, sondern nur, dass man die Nebenwirkungen nicht ausser acht lässt.

Fazit

Das was manchmal als Schreibblockade bezeichnet wird, kann auch nur ein ungünstiger Einfluss aus der Umgebung sein. Wir sollten beim Schreiben einfach auf unsere Umgebung achten.

Ausblick

In Teil 2 wird es um weitere Faktoren gehen, die Einfluss auf das kreative Schreiben haben, und die Möglichkeiten damit umzugehen. Wer Fragen, (Themen-)Wünsche, oder Anregungen zum Thema hat, bitte einfach einen Kommentar hinterlassen.

Hier geht es zu Teil 2.

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Möglicherweise auch interessant (aber nicht zwingend in diesem Zusammenhang):



Unterneuntupfing Aktuell schrieb,

June 20, 2007 @ 2:25 pm

… durch Musik einen starken Einfluss.

Ah so, hochinteressant. Gerade für Musikbegeisterte eröffnet sich durch Deinen Beitrag die Chance anhand Deiner bisherigen Artikel Deine Playlist rauszubuchseln.
Gestern hörtest Du vermutlich kurzfristig so richtige Katzenmusik. Oder Cats – Das Musical? Wenn Du mal den heißesten Artikel über Mac OS XXX schreibst wird es wohl Bolero von Ravel sein. Bei Deinem nächsten Artikel über die “Top 20 Möglichkeiten Ideen Richtung /dev/null zu spülen” wird vermutlich tiefster Südstaatenblues der Auslöser sein (und ganz Unterneuntupfing wird Dir seelische Aufmunterung zusprechen).

U9TA wird übrigens gepowert von langsamen R&B (abends), New Age (morgens) und zeitweilig einer grosszügigen Dosis GlenDingsbums (aus medizinischen Gründen). Ich erwarte Deine wie so häufig treffliche Analyse darüber wie GlenDingsbums die Schreiberei beeinflusst (oder muss es beeinflüssigt heißen?) im dritten Teil Deiner Serie.

Ganz Liebe Grüße aus Unterneuntupfing!

Von Unterneuntupfing Aktuell am June 20th, 2007

Erik schrieb,

June 20, 2007 @ 3:35 pm

Knapp daneben, mit Musicals kann ich wenig anfangen, und das was viele als Katzenmusik bezeichnen, beispielsweise Miles Davis in seiner wüstesten Phase, empfinde ich als sehr entspannend. Bolero kann ich nicht mehr hören, sorry; dann eher die “Burnin’ at Backstreet” von Chet Baker. Der Südstaatenblues ist eine ausgezeichnete Idee (ich müsste irgendwo im iTunes noch Variationen von “Summertime” haben).

Mit Deiner Art der musikalischen Unterstützung für U9TA kann ich mich übrigens sehr gut anfreunden. ;-)

“GlenDingsbums” ? Ich hätte “Glen Mornagie” anzubieten, aber da der Inhalt schon locker 20 – 25 Jahre auf dem Buckel hat, wird der nur zu besonderen Gelegenheiten genossen. Falls Du aber “Glenn Miller” gemeint haben solltest, immer gerne (gerade läuft eine ausgezeichnete Einspielung von “Rhapsody in Blue”), im Falle von “Glenn Gould” danke für den Hinweis, ich wollte das “Wohltemperierte Klavier” schon seit einiger Zeit ins iTunes holen; schreiben könnte ich dabei aber nicht. Ich habe einmal einen Versuch mit Keith Jarrets “Köln Concerts” gemacht, das Ergebnis war bestenfalls DaDa-Literatur und dafür gibt es momentan augenscheinlich keinen Markt (in der Beziehung vertraue ich dem – für mich zuständigen – Editor beim Verlag).

Ebenfalls liebe Grüsse aus Giesing.

Von Erik am June 20th, 2007

Jacky schrieb,

November 17, 2007 @ 11:57 am

Das Musik einen positiven Einfluss auf den Kreativen Prozess hat, kann ich nur bestätigen. Ich musste letztlich etwas verwundert feststellen, dass ich zeitweise ziemlich gut bei Techno schreiben kann, obwohl das normalerweise so gar nicht meine Sache ist. Irgendwie scheinen die schnellen rhythmischen Klänge meine Finger in ihrer Tippgeschwindigket zu beeinflussen.

Natürlich ist so etwas nichts für ruhige oder gar romantische Szenen. Deshalb habe ich angefangen mir Playlists zusammenzustellen, die solche Klangvollen Namen tragen wie “Konflikt”, “Liebe” oder “Eifersucht”.
Bisher komme sehr gut damit zurecht.

Auch das Bücher mich beeinflussen habe ich schon festgestellt. Manchmal merke ich direkt wie plötzlich Jane Austen auf’s Papier drängt, weil ich kurz vorher in “Stolz und Vorurteil” versunken bin. Deshalb schreibe ich was wichtig ist meist gleich morgens. Am besten noch bevor ich mit irgendwem gesprochen habe. Ich habe nämlich herausgefunden, dass auch Gespräche den Schreibstil verändern können.

Sagen wir eigentlich war es meine Mutter. Früher wenn ich nach Hause kam, konnte sie immer an meiner Sprechweise feststellen, mit welcher Freundin ich gespielt hatte. Das war aber kein bewusster Prozess, sondern es geschah einfach. Auch heute finde ich manchmal Fragmente meiner Freunde in Texten wieder, die ich schreibe.

Deshalb schreibe ich lieber ohne Kaffee :)
Liebe Grüße aus Brühl
Jacky ;)

Von Jacky am November 17th, 2007

Erik schrieb,

November 17, 2007 @ 2:33 pm

@Jacky: Dann sind wir ja einer Meinung, allerdings ohne Espresso zu schreiben kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. ;)

Mir ist einmal der Herr Tolkien in einen englischen Text gekrochen, ich habe es allerdings später Gott sei Dank noch bemerkt, der amerikanische Verlag hätte sich bestimmt gewundert. :mrgreen:

Von Erik am November 17th, 2007

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