Von der Programmiersprache Ruby werden die meisten schon einmal gehört haben, unter *NIX lässt sie sich (falls nicht schon vorhanden) leicht installieren, OS X liefert sie bereits mit. Wer auf OS X entwickelt, weiss auch, dass (ab 10.5) Ruby in Xcode benutzbar ist. Soweit, so gut. Aber, wer (wie ich) von Perl zu Ruby wechselt (wechseln möchte), muss sich erst einmal mit den Eigenheiten und Möglichkeiten der neuen Programmiersprache auseinandersetzen. Ansonsten schreibt man weiter Perl, eben nur in Ruby.
Der Zugang zu Ruby ist für alle, die bereits eine oder mehrere Programmiersprachen beherrschen, relativ leicht. Die Sprache ist sehr logisch aufgebaut, genauer gesagt, die Objekthierarchie unterscheidet sich kaum von der anderer objektorientierter Sprachen. Trotzdem gilt es Feinheiten zu beachten, wenn man das Optimum aus den eigenen Programmen herausholen möchte. Am einfachsten lässt sich dies bewerkstelligen, wenn man es eben auf “Ruby-Art” macht. Genau hier kommt das Buch ins Spiel, es ist kein “Ruby in 21 Tagen”, sondern eine Aufstellung von Programmierfragen und wie sich diese auf “Ruby-Art” lösen lassen. Die Titel der 22 Kapitel erklären die Struktur am einfachsten:
- Ruby in Review
- Working with Strings
- Working with Regular Expressions
- Internationalization in Ruby
- Performing Numerical Calculations
- Symbols and Ranges
- Working with Times and Dates
- Arrays, Hashes, and Other Enumerables
- More Advanced Data Structures
- I/O and Data Storage
- OOP and Dynamic Features in Ruby
- Graphical Interfaces for Ruby
- Threads in Ruby
- Scripting and System Administration
- Ruby and Data Formats
- Testing and Debugging
- Packaging and Distributing Code
- Network Programming
- Ruby and Web Applications
- Distributed Ruby
- Ruby Development Tools
- The Ruby Community
Das Buch ist einem angenehm lockeren Englisch geschrieben und lässt sich, dank des hervorragenden Indexes, sehr gut als Referenz benutzen. Aufgrund der Fülle des Materials dürften auch versierte Ruby-Programmierer(innen) noch einiges entdecken, was ihnen das Leben erleichtert. Um eine Perl-Analogie zu benutzen: Das ist, meiner Meinung nach, das “Camel-Book” für Ruby
Kritikpunkte? Über 800 Seiten nimmt man nicht so einfach in die Badewanne mit, ansonsten bis jetzt keine.
Aufgrund des lockeren Schreistils kann man in dem Buch auch einfach nur mal blättern und findet auf jeden Fall etwas interessantes. Um nochmals das “Camel-Book” zu bemühen, es ist – wie im “Camel-Book” – sehr hilfreich auch ab und zu Dinge nachzulesen, die man im Griff zu haben glaubt; so manche umständlichere Konstruktion schleicht sich einfach ein, wenn man viel um die Ohren hat. Wenn man, wie in diesem Buch, mit einer Art “reiner Lehre” konfrontiert wird, fallen einem einige Verbesserungen am aktuellen Projekt ein.
IMHO: Sehr empfehlenswert für alle, die Ruby benutzen oder bereits erste Schritte in Ruby hinter sich haben.